Dübel und Schrauben – der große Heimwerker-Ratgeber

2 Schrauben und 2 Dübel
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Mal eben ein Regal an die Wand hängen, eine Duschhalterung befestigen oder den Fernseher an der Wohnzimmerwand aufhängen: es gibt praktisch unendlich viele Anwendungsmöglichkeiten für Dübel und Schrauben.

In diesem Fachartikel, den wir nach und nach ergänzen werden, finden Sie die wichtigsten Fakten über verschiedene Dübelarten und wann man welchen Dübel und welche Schraube verwendet. Lernen Sie, welche Schraubenlänge die richtige ist und wie Sie beides so in der Wand befestigen, dass nichts wackelt oder gar herausfällt.

Abrunden werden wir diesen Ratgeber zum Thema Dübel und Schraube mit einigen Hinweisen zu den Themen „Dübel in Mietwohnungen“ und „Bohrlöcher verschließen“.

Was sind Dübel? Ein kleiner Rückblick in die Geschichte

Dübel gibt es schon einige Jahrhunderte. Damals, also bis vor rund 100 Jahren, waren Dübel einfache Holzstücke, die in ein Wandloch gesteckt und dort mit Hilfe von Mörtel verklebt wurden. Sobald der Mörtel ausgehärtet war, konnte man durch die Verwendung von Holzschrauben durchaus schwere Dinge befestigen. Die Festigkeit ist dabei durch zwei verschiedene Wirkungen entstanden. Auf der einen Seite hat der Mörtel natürlich für eine gewisse Festigkeit gesorgt. Gleichzeitig hat aber auch die Schraube das Holz gespreizt und dadurch einen Druck zu den Seiten hin aufgebaut. Dieser hat eine zusätzliche Stabilität gegeben.

Auch im Tischler- und Zimmereigewerbe gibt es von jeher Dübel. Hier meint man allerdings die heute unter dem Begriff „Holzdübel“ bekannten runden Holzstückchen, die als Verbindung zwischen zwei Holzteilen in entsprechende Löcher gesteckt werden. Es handelt sich also um Verbindungselemente, die bei auf Stoß verbundenen Werkstoffen oder Gehrungen eingesetzt werden. Häufig werden diese Dübel verleimt. Damit sich der Leim nicht abstreift, werden Holzdübel heute oft mit einer Riffelung hergestellt und die beiden Enden sind abgeschrägt (die sogenannte Fase), damit sich die Dübel leichter einsetzen lassen.

Mit Erfindung der Dübelhülse, wie ein Dübel auch heißt, ist der ursprüngliche Dübel praktisch hinfällig geworden. Der Engländer John Rawlings hat sich 1911 den ersten Spreizdübel patentieren lassen. Damals noch als Hanfschnur in Schweineblut getränkt.

Erst 1958 hat Artur Fischer den ersten Spreizdübel auf den Markt gebracht, der aus dem Kunststoff Polyamid gefertigt wurde.

Es gibt heute praktisch für jedes Anwendungsgebiet und so ziemlich jedes Material einen passenden Dübel, um eine maximale Haltbarkeit und Tragkraft zu erreichen. Kunststoffdübel, Schwerlastdübel, Stahlanker oder Hohlraumdübel sind nur einige, der vielen Varianten.

Welche Dübel gibt es?

Kunststoffdübel

Die wohl häufigsten Dübel, die ein Heimwerker verwendet, sind Kunststoffdübel. Solch einen Dübel hat vermutlich jeder schon einmal gesehen und in der Hand gehalten. Sie sind ideal für die meisten leichten und weniger schweren Lasten und zudem sehr günstig. Besonders bekannt sind hier die Fischer-Dübel der Firma Fischer, die zu den Marktführern gehört. Markant ist hierbei das graue oder grau-rote Design der Dübel.

Kunststoffdübel gehören in der Regel zur Gruppe der Spreizdübel. Hierbei spreizt sich der Kunststoff durch das Eindrehen der Schraube. Häufig zieht sich der Dübel dabei auch wie eine Ziehharmonika zusammen, um einen zusätzlichen Kraftschluss zu erreichen. Die haltende Kraft ist hierbei übrigens nicht die Verdrängung von Material in der Wand, sondern einzig die Haftreibung zwischen Dübel und Wandmaterial. Physikalisch nennt sich dies Kraftschluss.

 

Lesen Sie im zweiten Teil, wann Gipskartondübel eingesetzt werden.