Das wichtigste Handwerkszeug eines Elektrikers im Überblick

Werkzeuge eines Elektrikers
Werkzeuge eines Elektrikers - Foto: belchonock / depositphotos.com

Inhalt

Grundsätzlich sollte das wichtigste Handwerkszeug eines Elektrikers eine ausgewogene Auswahl aus analogen und digitalen Komponenten enthalten. Zudem greifen einige Handwerker auf klassische Werkzeuge zurück, von denen jüngere Elektroniker noch nichts gehört haben. Dass es sich lohnen kann, wenn Handwerker ihre Erfahrungen an die nächste Generation weitergeben, zeigt sich allein schon bei dem Gedanken daran, dass ein digitales Gerät ausfällt und der Kollege mit den analogen Modellen zum Beispiel nicht arbeiten kann. Ein Schreckensszenario, das gar nicht erst eintreten muss.

In diesem Artikel erfahren Sie beispielsweise, wie die Werkzeuge optimal aufbewahrt werden, was sich hinter einigen Bezeichnungen verbirgt und wofür diese Modelle verwendet werden. Außerdem geht es um einige Tipps und Tricks für die Anwendung des Werkzeuges und vieles mehr.

Das Wichtigste zum Handwerkszeug für Elektriker

Rund um das Handwerkszeug für Elektriker gibt es eine Menge zu beachten. Einige Punkte sind:

  • Neben Multiwerkzeugen sollten auch die Einzelkomponenten beherrscht und besessen werden.
  • Digitale und analoge Ergebnisse sollten gleichermaßen verstanden und umgesetzt werden können.
  • Neue und klassische Werkzeuge können sich optimal ergänzen.
  • Wer sein Werkzeug (noch) nicht beherrscht, sollte sich Baustellen und/oder Abrisshäuser (mit Genehmigung) zum Üben suchen.
  • Nicht immer sind die teuren Produkte auch die besseren.

Seitenschneider

In unterschiedlichen Größen und Ausführungen ist der Seitenschneider erhältlich. Hierbei handelt es sich um eine Zange, deren Schneideflächen seitlich angeordnet ist. Man spricht dabei von einem Keilschnitt, um zum Beispiel Kabel zu trennen. Auf diese Weise unterscheidet sich dieses Werkzeug beispielsweise von dem Mittenschneider oder dem Frontschneider.

Viele Elektriker benutzen diese Zangenart als kleines Modell. Sie verwenden den kleinen Seitenschneider häufig, um einzelne Kabel in seine Adern zu unterteilen und hier gezielt Kürzungen vorzunehmen. Mit diesem Elektriker-Werkzeug können ausgefranste oder mit Farbe verklebte Kabel wieder einsatzfähig gemacht werden.

Elektroniker verwenden bei Großprojekten auch die großen Modelle, die beispielsweise im Straßenbau zum Einsatz kommen. Bei diesen Modellen kommt die Hebelwirkung zum Tragen. So können auch die mehradrigen und schweren Kabel gezielt getrennt werden.

Abisolierzange

Bei der Abisolierzange handelt es sich um ein Werkzeug, das den Zweck erfüllt, Kabel von der schützenden Isolierschicht aus Kunststoff zu trennen. Für die Verwendung dieses Werkzeuges muss man kein ausgebildeter Elektriker sein. Viele Verbraucher setzen dieses Elektriker-Werkzeug beispielsweise beim Umzug ein. Besonders Kabel von Lampen sind vom Vormieter bei dessen Auszug einfach stumpf abgeschnitten worden. In diesen Fällen kann die Abisolierzange schnell Abhilfe schaffen und das Kabel leicht von Farbe und einem Teil der Isolierschicht gelöst werden.

Erhältlich sind Abisolierzangen für Elektroniker für unterschiedliche Zwecke. Hierunter lassen sich die Zangen mit Messerkassette, Modelle für Einzelleiter, Abmantler und thermische Abisolierzangen finden.

Häufig wird dieses Werkzeug in einer kleinen und handlichen Form bei Facharbeitern und Privatleuten angetroffen. Die kleineren Modelle gehören in einen gut sortierten Werkzeugkoffer oder die Arbeitstaschen am Körper. Schnelle und gezielte Handgriffe ermöglichen dem Elektriker hier eine effiziente Arbeitsweise, da unkompliziert Kabel abisoliert und weiter angeschlossen werden können. Die Abisolierzangen sind in verschiedenen Modellen und unterschiedlichen Preiskategorien erhältlich.

Spitzzange

Eine Spitzzange ist ein praktisches Werkzeug, das von der Gestaltung her praktisch zu handhaben ist. So ist an dem Gelenk vor den Griffen eine Schneidefläche integriert. Diese funktioniert wie bei einem Seitenschneider. Nach vorne hin befinden sich auf den Backen angeraute Flächen. Diese ermöglichen das Greifen und Halten von Kabeln und anderen kleineren Gegenständen. Ganz vorne läuft die Zange spitz zu. Auf diese Weise kann auch durch kleinere Öffnungen das Kabel oder Gegenstand aufgenommen werden.

Übrigens wird die Spitzzange häufig auch von Verbrauchern genutzt. Diese setzen das Modell unter anderem Im Bastelbereich ein. So kommt diese Zangenart oftmals im Schmuckdesign zum Einsatz.

Kombizange

Der Begriff Kombizange ist eine Kurzform des Wortes Kombinationszange. Dies ist ein Werkzeug, das mehrere Modelle miteinander vereint. Der Oberbegriff für solche Modelle ist Multifunktionswerkzeug. Das Elektriker-Werkzeug besteht beispielsweise aus einem Greifwerkzeug und einem Abwickler für Draht. Auch zum Schneiden von Drähten kann das Modell unkompliziert genutzt werden.

Zudem verwenden viele Elektriker die Kombizange, weil sie auch die Funktionen der Flachzange und des Seitenschneiders in sich bereithält. Außerdem erhalten Handwerker hier ein Werkzeug, dass auch das Brennerloch mit sich bringt, wie es von einer Rohrzange bekannt ist. Hiermit können beispielsweise Schrauben fixiert und bewegt werden.

Isolierte Kreuz- / Schlitz-Schraubendreher

Grundsätzlich handelt es sich bei einem isolierten Kreuz- oder Schlitz-Schraubendreher um ein Werkzeug, das einen isolierten Griff für ein ungefährliches Arbeiten hat. Der Schraubendreher selbst besteht in der Regel aus Metall. An der Spitze weist dieser dann eine Kreuz- oder Schlitzvorrichtung zur Aufnahme und dem Führen von Schrauben auf.

Isolierte Kreuz- / Schlitz-Schraubendreher sind in verschiedenen Größen und unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Außerdem gibt es diverse Hersteller, insbesondere für spezielle Schrauben. Ein Beispiel dafür ist der Hersteller Torx.

In einigen Fällen sind die sogenannten Klingen der Schraubendreher auch magnetisch. Dadurch soll die Aufnahme der Schrauben erheblich erleichtert werden.

Übrigens wird der Schraubendreher im Volksmund oftmals auch als Schraubenzieher bezeichnet. Dies ist aber faktisch nicht richtig, da die Schrauben stets herausgedreht werden. Das beliebte Elektriker-Werkzeug darf in keinem Arbeitskoffer oder bei der Arbeitsausrüstung eines Fachmannes fehlen.

Verschiedene Abmantelwerkzeuge

Der versierte und erfolgreiche Elektriker benötigt verschiedene Abmantelwerkzeuge. Hierbei kann es sich um eine Abisolierzange oder auch ein Kabelmesser handeln. In vielen Fällen ist es auch sinnvoll, mehrere Alternativen zur Hand zu haben, um auf die aktuellen Gegebenheiten angemessen reagieren zu können.

Verschiedene Abmantelwerkzeuge sind beispielsweise auch als analoge oder digitale Modelle erhältlich. Einige Geräte zeigen ihre Ergebnisse übrigens digital auf einem Display oder auch mit einer kleinen Lampe oder LED-Anzeige an. In manchen Fällen können auch akustische Geräusche die Messergebnisse anzeigen.

Unbedingt gehören die unterschiedlichen Modelle zu einer soliden Ausstattung eines Handwerkers. Der Fachmann wird auch darauf achten, dass sich das Werkzeug leicht handhaben lässt. Elektriker-Werkzeug wird in verschiedenen Varianten und Preisklassen angeboten.

Zweipoliger Spannungsprüfer

Ein zweipoliger Spannungsprüfer kommt im Bereich der Niederspannung zum Einsatz. Hierbei wird ein Bereich bis 1.000 V abgedeckt. Im Arbeitsalltag kann der Spannungsprüfer schnell und vor Allem unkompliziert eingesetzt werden. Zudem liefert er dann zuverlässige Ergebnisse, die für die weitere Arbeit verwertet werden können. Das bedeutet, dass die Ergebnisse der Messung zu einer zügigen und effizienten Entscheidung beitragen.

Der Aufbau eines zweipoligen Spannungsprüfers ist recht einfach erklärt. Es handelt sich um zwei Messpole, die durch ein Kabel miteinander verbunden sind. Hinzu kommt die Messeinheit, die in diesen Modellen integriert ist. Üblicherweise sind die neueren Modelle mit einem Display ausgestattet, von dem sich die Messergebnisse ablesen lassen.

Erhältlich ist ein zweipoliger Spannungsprüfer in vielen Ausführungen. Beliebt ist der universelle Spannungsprüfer. Zuverlässige Modelle hierfür gibt es auch bereits im unteren Preissegment. Diese eignen sich beispielsweise auch für Elektriker aus dem Hobbybereich.

Für die Messung müssen die beiden Messpole die Leitungen berühren. Im Bereich der Anzeige gibt es unterschiedliche Ausführungen. So gibt es die Glimmlampe oder einfache LED, die stufenweise LED-Anzeige, die Analog-Anzeige und die bereits erwähnte Digital-Anzeige, die sich inzwischen im Bereich Elektriker-Werkzeug häufig durchsetzt.

Multimeter

Das Multimeter ist ein Werkzeug, das als Vielfachmessgerät genutzt werden kann. So ist die Funktion als Spannungsmessgerät und Strommessgerät bereits selbstverständlich. Üblicherweise ermöglichen diese Geräte aber auch Wechsel- und Gleichgrößenmessungen. Oftmals dienen diese Modelle auch als Widerstandsmessgerät.

Für Elektriker sind die Multimeter nahezu unentbehrlich. Die Geräte ermöglichen ein schnelles Messen und liefern sofort Erlebnisse. Die Werkzeuge unterscheiden sich oftmals noch in einem Bereich. Sie sind als analoge und als digitale Geräte erhältlich. Inzwischen ist aber die digitale Variante eher auf dem Vormarsch im Bereich Elektriker-Werkzeug.

Viele Handwerker besitzen übrigens ein Multimeter und setzen dennoch auf die Verwendung von Einzelkomponenten. Der Grund hierfür ist einfach: Die Fachleute sollen auch ohne ein solchen Multitool noch mit den Einzelkomponenten arbeiten können. Deswegen wird die Handhabung dieser auch häufig noch in der Ausbildung zum Elektroniker vermittelt.

Kabelmesser/Cuttermesser

Um ein eher traditionelles Werkzeug im Bereich Elektro handelt es sich bei einem Kabelmesser. Dieses erinnert optisch an ein Klapptaschenmesser für den Bereich Camping. Tatsächlich lassen sich diese Modelle häufig klappen. Sie haben einen Griff aus Holz oder auch Kunststoff und eine Klinge, die dem Taschenmesser ähnelt. Am Ende der Klinge, kurz vor dem Griff, haben diese Messer eine Einkerbung. Hiermit sind die Kabel zu isolieren.

Inzwischen verwenden Elektriker anderes Elektriker-Werkzeug. Beispiele hierfür sind Abmantel-Werkzeuge und Isolierzangen. Dies geschieht, da die Kabelmesser eine zu hohe Verletzungsgefahr mit sich bringen und auch die Kabel zu oft beschädigt worden sind.

In einigen Fällen kommen Cuttermesser zum Einsatz. Diese sind aber auch aus dem Bastelbereich bekannt. Sie bergen ein hohes Risiko für Verletzungen der Anwender. Außerdem kommt es auch mit diesen Modellen sehr oft zur Zerstörung der Kabel.

Aderendhülsenzange bzw. Crimpzange

Mit einer Aderendhülsenzange werden Aderendhülsen auf Leitungen gepresst. Genauer gesagt werden die abisolierten Teile der Litzenleitungen unter eine solche Aderendhülse gepresst. Dies ist üblicherweise möglich bei Leitungen mit einem Drahtdurchmesser von 0,5 mm² bis 16 mm². Der Vorgang, bei dem die Hülse auf die Leitung gepresst wird, nennt sich auch Crimpen. Aus diesem Grund wird die Aderendhülsenzange auch als Crimpzange bezeichnet.

Eine erfolgreiche Pressung ist gasdicht und auch zugfest. Somit kann sich die Leitung nicht leicht aus der Hülse lösen und wird optimal vor einer Oxidation geschützt.

Weiterhin können Elektriker die gepressten Formen der Endhülsen unterscheiden.

So gibt es beispielsweise das Sechseck, das Quadrat oder auch das Rechteck. Die V-Form wird auch als Dornpressung bezeichnet. Das Trapez entspricht der DIN bei den Pressungen.

Durchgangsprüfer

Ein wichtiges Elektriker-Werkzeug ist der Durchgangsprüfer. Mit diesem kann ein Elektriker feststellen, ob zwei Punkte elektrisch miteinander verbunden sind. Dies kann bei der Planung eines Schaltkreises oder dem Durchbrechen eines solchen von Bedeutung sein. Zudem schützt diese Überprüfung vor unnötigen Arbeitsschritten, wie es beispielsweise bei einem versehentlichen Durchtrennen eines Schaltkreises der Fall wäre. Auch Störungen einer Isolation können mit einem Durchgangsprüfer leicht aufgespürt werden.

Das Gerät verfügt über zwei Prüfspitzen, die an die Leitungen gehalten werden. Mit einer Spannung von 1,5 bis 4,5 V und einer Batterie sowie einer kleinen Lampe oder einem akustischen Signal können die Spannungs- und Isolierverhältnisse leicht gemessen werden.

Gliedermaßstab (Zollstock) + Bleistift

Hilfreich für das professionelle Arbeiten sind außerdem Gliedermaß (Zollstock) + Bleistift. Oftmals werden diese Basics der Handwerkerausstattung gnadenlos unterschätzt. Sie sind aber sehr wichtig, damit der Elektriker an der Wand Markierungen vornehmen kann. Er kann die Leitungen und ihren Verlauf ausmessen, gerade anzeichnen und wichtige Stellen auch für andere Handwerker bei einer gemeinsamen Baustelle einzeichnen. Zudem machen sich auch Maler mit dem Elektriker-Werkzeug Notizen. Hieraus lässt sich ableiten, dass Profis aus verschiedenen Bereichen, Elektroniker und auch Hobbyhandwerker immer auf Gliedermaß (Zollstock) + Bleistift zurückgreifen.

Phasenprüfer

Der Phasenprüfer wird von Laien häufig als normaler „kleiner Schlitz-Schraubenzieher“ bezeichnet. Durchaus handelt es sich bei diesem Werkzeug um einen kleinen Schraubendreher, der üblicherweise für kleine Schlitzschrauben verwendet wird. Allerdings besteht der wesentliche Unterschied zu einem herkömmlichen Schraubendreher darin, dass der Phasenprüfer die elektrische Spannung einer Leitung prüfen und anzeigen kann.

In der Regel verfügt dieses Werkzeug über einen transparenten Griff aus Kunststoff. Dieser leitet nicht und gefährdet somit den Anwender nicht. Weiterhin haben diese Griffe oftmals einen schmalen Steg, wie man ihn vom Kugelschreiber kennt. Hiermit kann das Werkzeug leicht in die Tasche der Arbeitsjacke, des Blaumannes, der Arbeitshose oder Gürteltasche gesteckt werden. Das kleine Utensil ist für den Elektriker ein bedeutsames Werkzeug. Auch der Heimwerker kennt dies oftmals vom Lampenanschließen im Rahmen eines Umzuges.

Bohrhammer

Mit einem Bohrhammer kann viel im Bereich Heimwerken oder auch Elektronik erreicht werden. Die Modelle können durch unterschiedliche Aufsätze zu verschiedenen Werkzeugen werden. So kann der Bohrhammer genutzt werden, um Bohrungen mit einer Schlagfunktion intensiver und tiefer vorzunehmen. Hierdurch lassen sich dann Dübel gezielt platzieren und beispielsweise Möbel an der Wand befestigen.

Wird der Bohrhammer mit einem Meißel ausgestattet, dann kann er, je nach Leistungsstärke, Wände aufstemmen. Diese Option ist für Elektriker beispielsweise interessant, wenn Leitungen überprüft und ggf. ausgetauscht werden müssen. Der Bohrhammer ist also wieder ein Multifunktionstool, das weder bei Heimwerkern noch bei Profis im Werkzeugkoffer fehlen sollte.

Mauernutfräse

Eine Mauernutfräse wird häufig auch als herkömmliche Fräse bezeichnet. Dieses Modell aber ermöglicht es dem Elektriker, dass er eine spezielle Nut in die Mauer fräst, damit hier sauber neue Leitungen gelegt werden können. Dieses Elektriker-Werkzeug gibt es in verschiedenen Ausführungen. Sie werden oft auf Baustellen genutzt. Beliebte Beispiele sind der Hochbau und auch der Tiefbau.

Übrigens verwenden Elektriker die Mauernutfräse ebenso häufig, wie sie auch von Handwerkern im Bereich Sanität genutzt wird. Voraussetzung für die Verwendung des Modells ist in der Regel ein Stromanschluss. Außerdem ist das Tragen von einer Arbeitsschutzbrille als Sichtschutz und einem Gehörschutz sowie Arbeitshandschuhen empfohlen. Sinnvoll ist es außerdem, dass der Umgang mit diesem Gerät zunächst einmal an zu entsorgenden Steinen oder gar einer Mauer eines Abrisshauses geübt wird. Hier ist die Führung und Handhabung zu erlernen, da mit der Mauernutfräse ein präzises Arbeiten auf der Baustelle wichtig ist.

Welche Aufgaben übernimmt ein Elektriker besonders häufig?

Ein Elektriker wird in der Regel dann gerufen, wenn die Bauherren oder Hauseigentümer selbst diese Arbeiten nicht verrichten können. Auch wenn es grundsätzlich nicht verboten ist, dass Privatleute Leitungen verlegen, so sollte dies immer von einem versierten Fachmann überprüft werden. Das Anschließen an den Sicherungskasten ist immer die Angelegenheit eines ausgebildeten Elektronikers.

Häufig werden die Fachleute gerufen, um die Elektronik für die Telefonleitungen, Sanitärleitungen (Warmwasserboiler) oder auch Küchenleitungen zu verlegen. Starkstrom, wie bei einem Herd, ist immer die Sache eines Fachmannes. Er wird auch für das Legen von Steckdosen und Lichtschaltern oder auch das Verlegen eines Fernsehanschlusses gerufen.

Der ausgebildete Elektrotechniker benötigt auch spezielles Werkzeug, damit er seine Arbeiten optimal ausführen kann. Auf die häufigsten Arbeitsmittel sind wir bereits weiter oben eingegangen.

Auch beim E-Check ist der Fachmann unentbehrlich

Besonders häufig wird der Elektroniker übrigens für den so genannten E-Check gerufen. Hierbei überprüft er die Leitungen – jede Leitung. Zudem misst er dabei die Spannungsverhältnisse und Widerstände aus. Wenn von der bestehenden Installation keine Gefahr für die Bewohner der Wohnräume ausgeht, vergibt er das begehrte Siegel. Nach zwei Jahren kann ein neuer E-Check durchgeführt werden – spätestens aber nach Auszug bzw. vor dem Einzug neuer Mieter.

Oft wird er auch zur Abnahme von Baustellen gerufen, um dort die Elektroinstallation zu prüfen, wenn sie von anderen Personen verlegt worden ist. Häufig ersparen sich die Bauherren und Immobilienfirmen diese Arbeitsschritte und vergeben diese als Gesamtauftrag an den Elektriker.

Sicherheitsregeln für den Elektriker

Damit das Elektriker-Werkzeug in einem gesicherten Rahmen zum Einsatz kommt, gilt es, die üblichen Sicherheitsregeln zu beachten. Im Bereich der Arbeiten rund um Strom und Elektrik spricht man von fünf Sicherheitsregeln. Hierbei geht es darum, dass der Fachmann sicher arbeiten kann, da die Anlagen und Stromkreise unterbrochen sind und nicht von Laien oder Kollegen versehentlich wieder eingeschaltet werden. Nachfolgend werden diese Regeln noch einmal näher erläutert.

Freischalten

Beim Freischalten spricht man von dem Abtrennen einer elektrischen Anlage von den spannungsführenden Teilen. Hierbei können bestimmte Abstände berücksichtigt werden. Dies kann der Fachelektriker zuvor abklären.

Im Bereich der Hochspannungsarbeiten kann es dazu kommen, dass der Arbeiter die Anlage nicht selbst vom Strom trennt. In diesen Fällen muss er auf die schriftliche oder mündliche Bestätigung der abschaltenden Leitstelle oder Zentrale warten. Einen Zeitpunkt zu vereinbaren ist nicht zulässig. Wenn die Abschaltung dann nicht erfolgt ist und der Arbeiter beginnt mit seiner Tätigkeit, so wird dies einen schlimmen Ausgang finden.

Das Freischalten umfasst unter anderem das Abschalten von Sicherungen oder Geräten, das Ziehen von Steckern und vieles mehr.

Sichern gegen das Wiedereinschalten

Dieser Punkt ist sehr bedeutsam. Wenn Arbeiten an stromführenden Quellen durchgeführt werden, muss der Arbeiter zwingend geschützt werden. Ein Wiedereinschalten könnte schnell den Tod des Elektrikers zur Folge haben. Besonders sicher bzw. üblich ist die Platzierung eines Verbotsschildes. Auf diesem ist erklärt, dass momentan Arbeiten stattfinden. Hier wird angegeben, wer das Wiedereinschalten durchführen darf. Hierdurch wird dem irrtümlichen und fatalen Umlegen des entscheidenden Schalters vorgebeugt.

In Bereichen, in denen Laien Zugang haben, oder auch im privaten Rahmen, sollte sichergestellt werden, dass ein Einschalten nur durch spezielle Werkzeuge erfolgen kann.

Feststellen der Spannungsfreiheit

Im nächsten Schritt muss durch geeignetes Werkzeug festgestellt werden, dass keine Spannung auf den Leitungen ist. Hierbei könnte es sich um Restspannung handeln. Möglich ist auch, dass die falschen Leitungen abgeschaltet worden sind. Überprüfbar ist dies im kleinen Rahmen beispielsweise mit einem Phasenprüfer. Aber auch das Multimeter oder der Durchgangsmesser können hier erste Informationen liefern.

Wenn der Elektriker die Messungen nicht selbst durchführen kann, dann sollte er einen Kollegen oder einen anderen versierten Heimwerker mit diesen beauftragen. In diesem Fall ist es sinnvoll, der messenden Person das passende Elektriker-Werkzeug zu übergeben und diese in die Anwendung einzuweisen.

Erden und Kurzschließen

Grundsätzlich wird zuerst geerdet und dann kurzgeschlossen. Diese Reihenfolge sollte immer beachtet werden. In vielen Fällen werden die Leiter mitsamt der Erdungsanlage mit Erdungs- und Kurzschließvorrichtungen, die kurzschlussfest sind, miteinander verbunden. Dafür bietet sich eine Erdungsstange an. Für den Umgang mit dieser gibt es einen Punkt, der bestmöglich beachtet werden sollte. Die Erdungsstange sollte im Idealfall im Sichtfeld der Baustelle liegen. Hierdurch kann ein Missbrauch oder auch ein irrtümliches Entfernen oder ein Anfassen durch unbefugte Laien eher verhindert werden.

Abdecken oder Abschranken von benachbarten Teilen, die unter Spannung stehen

Wird an Anlagen mit einer Spannung unter einem KV gearbeitet, so kann es genügen, wenn mit isolierenden Kunststoffabdeckungen, Tüchern oder Schläuchen gearbeitet wird. Bei Anlagen mit einer Spannung über einem KV können speziell ausgeführte Isolationsmatten eingesetzt werden. Auch das Tragen von geeigneter Arbeits- und Sicherheitskleidung kann sinnvoll oder gar vorgeschrieben sein.

Im Bereich Hoch- oder auch Höchstspannung kann neben dem Elektriker-Werkzeug auch auf Warntafeln, Seile und Absperrungen zur zusätzlichen Sicherung zurückgegriffen werden.

Preis-Leistung von Elektriker-Werkzeugen – Warum ist gute Qualität teuer?

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass im Bereich Preis-Leistung von Elektriker-Werkzeugen viel Spielraum ist. So gibt es immer günstige Artikel, die zu Schnäppchenpreisen angeboten werden. Welche Qualität verbirgt sich dahinter? Nutzen auch Elektroniker diese Angebote? Wie langlebig sind die Produkte? Gibt es auch Markenware im Discounter? Diesen Fragen gehen wir in diesem Abschnitt genauer nach.

Im Prinzip ist es ganz einfach. Wenn jemand den Umgang mit dem Werkzeug üben möchte oder es selten einsetzen wird, dann kann ein günstiges Angebot für Elektriker-Werkzeug ein toller Einstieg sein. Wer allerdings intensiver mit diesem Werkzeug arbeiten möchte, der sollte langfristig planen und sich eher für ein Produkt eines namhaften Herstellers entscheiden. Aber auch hier ist Vorsicht geboten!

Ein Werkzeug eines bekannten Herstellers wird im Discounter günstig angeboten? Das sieht nach einem tollen Angebot aus? Dann sollte es dennoch richtig geprüft werden. Häufig passen die Akkus des Herstellers, die in Baumärkten erworben werden können, nicht unbedingt in die Modelle des gleichen Herstellers aus dem Discounter passen.

Wenn eine Anschaffung von einem professionellen Elektriker-Werkzeug geplant ist, dann sollten sich die Interessenten unbedingt in einem Fachmarkt oder Baumarkt umfassend beraten lassen. Somit kann zusammenfassend gesagt werden, dass sich langfristige Anschaffungen von Werkzeug in der Regel dann lohnen, wenn sie gezielt getätigt und ggf. auch teurer sind.

Wie bewahrt man Elektriker-Werkzeug auf?

Es gibt nicht die eine Vorschrift, wie Elektriker-Werkzeug aufbewahrt werden soll. Aber es gibt unterschiedliche Optionen und verschiedene Preiskategorien, in denen Aufbewahrungsmöglichkeiten erworben werden können.

Zunächst einmal sollte sich der Elektriker ein Budget setzen, das er ausgeben möchte. In diesem Rahmen werden diverse Möglichkeiten angeboten. So kann eine Aufbewahrungsmöglichkeit im zweistelligen Kostenrahmen ebenso erhalten werden, wie im Bereich einer Monatsmiete.

Die Reisetasche für den Elektriker

Ein Beispiel dafür ist die Reisetasche, in der das Elektriker-Werkzeug aufbewahrt werden kann. Diese Option ist besonders praktisch für Reisen oder Dienstreisen. Ausgestattet ist diese Variante mit vielen Taschen, von denen die meisten innen liegend sind. Sie sind in verschiedenen Größen, damit Zangen, Zollstock, Bleistift oder Multimeter in den geeigneten Taschen Platz finden können und bestmöglich gesichert sind. Sie besteht aus robustem Gewebe, welches eine optimale Stabilität bietet. Die belastbare Tasche ist kompakt und mit zwei Handgriffen und einem Schulterriemen ausgestattet.

Das Design ist zeitlos modern und in Schwarz-Grau gehalten. Erhältlich ist dieses Modell in einem mittleren zweistelligen Kostenrahmen.

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Mit einem Koffer sieht der Heimwerker wie ein Profi aus

Interessant ist außerdem dieses Beispiel. Es handelt sich um einen Werkzeugkoffer aus Aluminium. Dieses ist stoßfest, robust und das Design besticht durch sein zeitlos modernes Erscheinungsbild. Hierdurch wirkt der Heimwerker ebenfalls wie ein Profi. Dieses Modell hat einen Stoßkanten- und einen Eckenschutz. Der Koffer ist für einen geringeren dreistelligen Betrag erhältlich. In diesem Fall ist er befüllt mit einer Basisausstattung für den Bedarf eines Elektrikers.

156 Teile sind in diesem Set enthalten. An welcher Stelle diese ihren Platz finden, lässt sich anhand der Einkerbungen und Ausbuchtungen in der Schaumstoffvorrichtung im Inneren des Koffers ableiten. Jedes Teil hat so seinen Platz und wird dabei optimal gesichert.

Der Koffer ist zusätzlich mit Rollen und einem Griff ausgestattet. Auf diese Weise kann er leichter transportiert werden, denn immerhin bringt er ein Gewicht von fast 14 Kilogramm mit sich.

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Anders ist es bei diesem Modell. Hierbei handelt es sich um einen leeren Koffer, der noch von dem Elektroniker zu befüllen ist. Er besteht aus einem robusten Kunststoff und besticht durch sein Design. Farblich ist der Werkzeugkoffer in Schwarz gehalten. Im Innenbereich ist das Modell mit vielseitigen Taschen zur optimalen Aufbewahrung der Werkzeugkomponenten ausgestattet. Das widerstandsfähige Objekt lässt sich abschließen und wiegt im Leerzustand fünf Kilogramm.

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Anleitung – Schalter und Steckdosen setzen oder auch erneuern

Um Schalter und Steckdosen zu setzen, muss zunächst einmal geklärt werden, wo diese üblicherweise sitzen. Man installiert diese herkömmlich in einer Höhe von circa 115 cm. Als Verteilerdose werden diese auch oft 30 cm über dem Bodenbelag oder unter der Raumdecke gesetzt. Allerdings gibt es keine Regel ohne Ausnahme. Es kann in diesen Bereichen auch zu Abweichungen von rund 15 cm kommen. Außerdem gibt es inzwischen immer mehr barrierefreie Räume. Hier kann es zu niedrigeren Installationsmaßen kommen.

1. Bohrlöcher setzen.

Es sollte einen Installationsplan geben. Nach diesem messen die Elektriker den Punkt aus, an dem Sie mit einer Bohrmaschine mit Bohrkranz das Loch für die jeweilige Dose setzen. Zu beachten gibt es, dass bei Gipskartonwänden, so genannten Leichtbauwänden, eine spezielle Hohlraumdose zu verwenden ist.

2. Setzen der Dose

Vor dem Setzen der Dose muss die Öffnung für die Kabelführung herausgebrochen werden. Im Anschluss wird dann das Installationskabel hindurchgeführt. Dann wird die Dose in die Wand gesetzt und an der Vorrichtung festgeschraubt.

3. Die letzten Schritte zur vollständigen Installation

Die letzten Handgriffe dürfen nur von einem Elektromeister mit dem passenden Elektriker-Werkzeug durchgeführt werden. Der Elektroniker verbindet nun die Installationskabel mit der Vorrichtung der Steckdose. Im Anschluss wird diese in die Hohlraumdose gesetzt und mit den passenden Schrauben fixiert. Als letzten Schritt wird der Rahmen aufgesetzt und durch die mittlere Schraube befestigt.

3.a Wenn es was zu erneuern gibt

Erneuerungen im Bereich Dosen und Schalter lohnen sich beispielsweise im Rahmen von Renovierungen. Allerdings sollte unbedingt beachtet werden, dass es Fälle gibt, in denen der Elektriker behilflich sein sollte. Sinnvoll ist dies bei Austausch von Dosen und Schaltern und auch bei dem Nachziehen der Befestigungen, wenn sich Dosen gelockert haben sollten.

Es werde Licht

Immer wieder gibt es Fälle, in denen das Licht plötzlich nicht mehr funktioniert. Hierfür gibt es verschiedene Gründe und unterschiedliche Wege, damit alles wieder funktioniert. Klassische Punkte sind hierbei das „Durchbrennen“ einer Glühlampe oder das „Nichtangehen“ einer Leuchtstoffröhre.

  1. Beim Arbeiten am Strom gibt es immer eine Priorität – die Sicherheit. Das bedeutet, dass am besten ein Warnschild aufgestellt wird. Hieraus können auch Laien erkennen, dass die Stromversorgung unterbrochen worden ist und nur durch einen Fachmann wiederhergestellt wird. Das Umlegen des entsprechenden Schalters wird anderen Menschen unmöglich gemacht oder erläutert, dass sie es nicht zu tun haben. Mit speziellem Elektriker-Werkzeug lässt sich zudem häufig verhindern, dass Laien einen Schalter umlegen können. Bei Schraubsicherungen können diese im Idealfall mitgenommen werden, damit niemand diese wieder eindrehen kann.
    Zudem sollte geprüft werden, dass der richtige Stromkreis unterbrochen worden ist. Wenn dies nicht einfach zu prüfen oder nachzuvollziehen ist, dann sollte die Hauptsicherung entfernt werden.
  1. Beim Entfernen einer durchgebrannten Glühlampe sollte diese abgekühlt sein. Wenn sie gerade erst noch in Betrieb gewesen ist, dann kann ein Lappen oder Arbeitshandschuh vor der Hitze schützen. Nun kann das Leuchtmittel entfernt werden und das neue wiedereingesetzt werden.
  2. Sollte die Lampe zerborsten sein, was beim „Durchbrennen“ öfter mal vorkommt, so sollte mit dem Elektriker-Werkzeug gearbeitet werden. Hierdurch wird die Verletzungsgefahr minimiert. Die Hände werden mit Arbeitshandschuhen geschützt und zum Entfernen der Fassung wird eine Spitzzange verwendet. Sie sollte nicht zerstört werden, sondern mit Feingefühl herausgedreht werden. Sollte die Fassung klemmen, dann kann ein leichtes Rütteln helfen. Im Zweifel sollte immer ein Elektriker diese Arbeiten durchführen.
  3. Das Entfernen einer Leuchtstoffröhre ist in der Regel auch für Laien möglich. Im Zweifel darf aber auch diese Arbeit an einen Fachmann übertragen werden. Auch hierbei muss der Strom abgeschaltet sein. Dann kann mit Vorsicht an dem Leuchtmittel gedreht werden, bis es sich an einer Seite entfernen lässt. Vorsicht! Die Röhre darf nicht kaputtgehen. Sie bricht sofort in winzige Splitter und die Verletzungsgefahr ist groß.
    Im nächsten Schritt wird die neue Röhre an einer Seite in die Fassung eingesetzt und dann in die andere gedrückt. Ggf. kann auch eine leichte Drehung zum Einrasten nötig sein. Diese liegt üblicherweise bei maximal 90°.

Bitte beachten: Wenn der Starter defekt ist und ausgetauscht werden muss, so muss erst die Lampe entfernt und dann der Starter getauscht werden, bevor die neue Leuchtstoffröhre eingesetzt wird.

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Weitere Fragen rund um das Elektriker-Werkzeug

1. Muss ich sofort eine umfangreiche Ausstattung im Bereich Elektrik besitzen?

Nein. Es reicht aus, wenn sich nach und nach das passende Werkzeug angeschafft wird. Beispielsweise kann sich immer für ein Vorhaben oder eine Situation das passende Elektriker-Werkzeug angeschafft werden.

2. Ist es notwendig sofort teures Werkzeug anzuschaffen?

Es ist selbstverständlich nicht notwendig, sofort teures Werkzeug anzuschaffen. Allerdings macht diese Herangehensweise nur dann Sinn, wenn das Werkzeug nicht zu häufig eingesetzt werden soll. Wenn es sich um ein Hobby handelt, das intensiv ausgeübt wird, oder die Komponenten beruflich zum Einsatz kommen sollen, dann ist schon angeraten, dass die teureren und langlebigen Produkte erworben werden. Zum Ausprobieren oder für den einmaligen Einsatz reichen die günstigen Varianten aber durchaus aus.

3. Kann ein Elektriker unter der Hand meine Hausinstallation abnehmen?

Von einem solchen Vorhaben kann nur abgeraten werden. Wenn ein Handwerker etwas „unter der Hand“ macht, dann stellt er keine Rechnung aus. In diesem Fall kann der Elektriker aber auch nicht haftbar gemacht werden. Wenn er nun die Elektroinstallation für ein Eigenheim abnimmt und etwas passiert, dann gibt es keinen, der dafür haftbar gemacht werden kann. Wenn Mieter oder andere Hausbewohner zu Schaden kommen, dann möchte man sich die Selbstvorwürfe nicht vorstellen – nur weil ein paar Euros eingespart worden sind. Aus diesem Grund sollten hier die Vorschriften eingehalten werden und die Abnahme der Hausinstallation von einem Fachbetrieb abgenommen werden – mit Abnahmeprotokoll und Rechnung.

4. Welche beruflichen Möglichkeiten haben Elektriker?

Als Elektriker bieten sich viele Möglichkeiten für die berufliche Entfaltung. Hierbei kann es um Berufe im Rahmen der Beleuchtungstechnik gehen, wie sie sich auch im Rahmen der Veranstaltungstechnik finden lassen. Aber auch Beratungs- und Verkaufstätigkeiten sind möglich, wie in einem Baumarkt oder Elektro-Fachmarkt. Weiterhin können sich Elektriker auch mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen.

Hierbei gibt es den Vorteil, dass sie selbst ihre Erfahrungen und ihr Wissen an andere Menschen weitergeben können. Ideal ist auch die Fortbildung als Meister. Dann können auch junge Auszubildende von den Fachkenntnissen profitieren. Meister können übrigens auch als Dozenten tätig sein und ihre Erfahrungen und das Fachwissen auf diese Weise in Universitäten und Berufsschulen weitergeben. Inzwischen sind auch Onlinekurse und ähnliche Optionen gut möglich und werden dankend angenommen. Sie eignen sich auch als zusätzliche Einnahmequelle.

5. Was muss beim Verlegen von Kabeln beachtet werden?

Grundsätzlich muss beim Verlegen von Kabeln beachtet werden, dass die geeigneten Kabel verwendet werden. Die bedeutsamste Trennung ist bei Kabeln für den Innen- und den Außenbereich vorzunehmen. Zudem sollten sich Laien von einem Elektroniker beraten lassen, ob sie diese Arbeiten selbst vornehmen können. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dem Elektriker zur Hand zu gehen. Dies sollte zuvor aber vereinbart werden, da der Handwerker auch die Arbeitssicherheitsvorschriften einhalten muss.

Sicherheit ist immer das oberste Gebot beim Verlegen von Kabeln. Hierbei geht es auch um die Sicherheit nach dem Verlegen. Die Kabel müssen auf geeignete Weise befestigt werden. Es muss zukünftigen Beschädigungen durch Witterung oder Unachtsamkeit vorgebeugt werden. Möglichkeiten hierzu sind beispielsweise Aufputzinstallationen im Installationsrohr mit Kabelschellen oder Aufputz Installationen mit Druckschellen, Unterputz oder spezielle Rohre für die Verlegung im Freien.4

6. Kann auch Elektriker-Werkzeug aus dem Ausland genutzt werden?

Diese Frage lässt sich nicht einfach mit einem Ja oder Nein beantworten. Es kommt ganz darauf an, woher das Elektriker-Werkzeug kommt und welche Kennzeichnungen und Beschaffenheiten es hat. Wenn es über die nötigen Sicherheitszeichen verfügt, dann kann grundsätzlich auch über die Nutzung von Werkzeugen aus dem Ausland nachgedacht werden. Im Raum der EU ist dies auch weniger ein Problem, als bei Produkten aus Nicht-EU-Staaten.

Im Sinne des Produktsicherheitsgesetzes wird das VDE-Zeichen vergeben. Bei Elektroprodukten ist dies ein Zeichen, das für die Nutzung dieser Geräte spricht. Auch das bekannte GS-Zeichen wird im Rahmen des Produktsicherheitsgesetzes verwendet. Gemeinsam mit dem VDE-Zeichen lässt sich erkennen, dass ein fertiges Elektrogerät die Zeichen vergeben bekommen hat. Beim GS-Zeichen muss die Prüfstelle mit angegeben werden. Man sieht nun, dass die Prüfung durch den VDE erfolgt ist.

Leuchten, Kondensatoren, Informationstechnik, Geräteschalter, Leuchtkomponenten, Regel- und Steuerelemente, Steckvorrichtungen, Klemmen, Transformatoren und mehr sind mit dem VDE-Zeichen und dem ENEC-Zeichen versehen.

Wenn Kabel und isolierte Leitungen geprüft worden sind, dann erhalten sie das VDE-Kabelzeichen und das VDE-Harmonisierungszeichen.

Besonders bekannt ist das CE-Zeichen. Es handelt sich hierbei aber um kein Prüfzeichen. Vielmehr ist es die Aussage des Herstellers, dass er angibt, dass er sich bei der Herstellung an die Anforderungen gehalten hat, die gemäß der EU-Richtlinien gelten. Somit ist es das Versprechen des Herstellers, dass er sich bei der Produktion gewissenhaft an EU-Recht und EU-Empfehlungen gehalten hat.

Ein Zertifikat, das der VDE vergibt, ist das VDE-EMV-Zeichen. Es sagt aus, dass ein Produkt elektromagnetisch verträglich ist.

7. Kann ein Laie durch eine Beratung im Baumarkt oder einen Elektriker entscheiden, welche Leitung er kaufen und verbauen muss?

Auch hier lautet die Antwort Jein. In diesem Fall ist aber immer zu einem Nein zu tendieren, denn die Sicherheit geht vor. Ein Kunde in einem Baumarkt verlangt von den Mitarbeitern viel, wenn er schnell eine verbindliche Information geben soll. Ein Foto oder eine bloße Schilderung der Gegebenheiten und des Ziels reichen nicht immer für eine ausführliche und passende Beratung aus. Sicherlich kann dies zutreffend beantwortet werden. Aber die Gefahr besteht auch, dass der Kunde/Verbraucher aus Unwissenheit einige wichtige Details auslässt.

Auch für einen Elektriker ist eine Beratung auf dieser Basis schwierig. Deswegen lohnt es sich eher, wenn der Elektroniker die Baustelle aufsucht und den Kunden berät. Dann kann vereinbart werden, ob der Kunde oder der Fachmann die Waren besorgt. Sollte der Kunde die Waren kaufen müssen, so ist es sinnvoll, wenn der Elektriker dem Verbraucher die genauen Daten und Bezeichnungen aufschreibt.

8. Ist ein professioneller Installationsplan unbedingt notwendig?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass ein professioneller Installationsplan erstellt wird. Hierdurch kann jeder auch dann auf der Baustelle „lesen“ bzw. erkennen, welche Arbeiten nun anfallen oder durchzuführen sind. Zudem kann auch später noch nachvollzogen werden, wo welche Steckdosen, Lichtschalter und Verteilerdosen sitzen. Auf diese Weise ist ein Erweitern oder Verändern der Elektroinstallation noch möglich.

9. Welche Besonderheiten sind beim Erstellen eines Installationsplanes zu beachten?

Beim Erstellen eines Installationsplanes ist zu beachten, dass in verschiedenen Räumen unterschiedliche Regeln gelten. In einem Badezimmer sind die Leitungen beispielsweise oberhalb des Fliesenspiegels bzw. unterhalb der Decke miteinander verbunden. In einer Küche sind diese Verbindungen oben, unten und beinahe in der Mitte des Raumes vorzufinden. In Wohnräumen befinden sich diese Verbindungen oben und unten. Wobei bei Fenstern selbstverständlich die Elektroinstallation oberhalb der Fenster und Türen mit dem Rest verbunden ist.

10. Kann ich den Farben der Kabel blind vertrauen oder benötige ich das Elektriker-Werkzeug?

Den Farben der Kabel sollte auf keinen Fall blind vertraut werden. Es können bereits bei der Installation vor vielen Jahren Fehler passiert sein. Bekannt ist glücklicherweise auch in ambitionierten Heimwerkerkreisen, dass sich die Zuweisung bestimmter Phasen an eine Farbe verändert haben. So sind in Altbauten noch andere Installationen zu finden als in Neubauten. Dennoch ist es wichtig, dass das Elektriker-Werkzeug genutzt wird. Es sollten Multimeter oder auch Phasenprüfer oder universelle Messgeräte eingesetzt werden, um eine abschließende Sicherheit zu gewinnen. Ohne die Werkzeuge können fatale Fehler passieren und eine Gefahr für die Heimwerker bestehen. Auch später können unbemerkt Schäden wie Kabelbrände entstehen, die eine große Gefahr für die Bewohner der Räume mit sich bringen.

11. Welches Werkzeug prüft was beim Elektriker?

Um herauszufinden, ob eine Steckdose unter Stromspannung steht, kann beispielsweise der Spannungsstift eingesetzt werden. Diesen kennt man auch als Prüfschraubendreher, Polsucher oder Phasenprüfer. Mit der Spitze geht man in ein Loch der Steckdose und berührt mit dem Finger oben am Stift die Kontaktfläche. Sollte Strom in der Steckdose sein, so leuchtet eine kleine Lampe im transparenten Griff auf.

Der Stromprüfer oder Spannungsprüfer kann Geräte und Steckdosen prüfen. Eine Spitze wird dabei an die stromführende Leitung gehalten und die andere wird nacheinander zum Abtasten der Kontakte von Kontakt- und Neutralschaltern verwendet. Anhand des Lämpchens lässt sich erkennen, ob Spannung vorhanden ist. Manche Geräte zeigen sogar die Höhe der Spannung an.

Das Digitale Multimeter (DMM) kann die Spannung, aber auch den Stromfluss messen. Außerdem misst das Gerät den Widerstand. Einige Modelle sind auch in der Lage, Kapazitäten oder Frequenzen zu messen. Andere Multimeter bieten den Service, dass sie mit Sensoren ausgestattet sind. Hierdurch ist das Messen der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit möglich. Ein gutes Modell kann sich übrigens selbst vor Überspannung und Überlastung schützen. Nähere Informationen können Elektroniker den Herstellerangaben entnehmen. Vergleichen lohnt sich also.

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