Industriesauger

verschiedene Industriestaubsauger
verschiedene Industriesauger - Foto: Baloncici / depositphotos.com

Im Gegensatz zum Industriesauger sind Haushaltsstaubsauger für glatte Flächen wie Parkett sowie Laminat und Teppiche oder Auslegeware mit unterschiedlichen Faserlängen entwickelt worden. Zumeist wird von diesen Geräten der angesaugte Staub in sogenannten Staubsaugerbeuteln gesammelt, die in der Regel aus Papier besteht.

Industriesauger, auch als Professional Vakuum Cleaner, Mehrzwecksauger oder Nasssauger bekannt, sind fast immer deutlich leistungsstärker und auch für groben Unrat konzipiert.

Eigenschaften beim Industriesauger im Überblick

  • Hohe Leistungsfähigkeit
  • kann zumeist auch feuchte Stoffe und teilweise sogar Wasser aufsaugen
  • Auffangbehälter mit großem Volumen
  • Saugrohr mit überdurchschnittlichem Durchmesser für groben Schmutz
  • in der Regel rollbar und mit extralangem Anschlusskabel ausgerüstet

Worauf beim Kauf eines Industriesaugers zu achten ist

Wird ein solcher Mehrzwecksauger im gewerblichen Bereich für die tägliche Nutzung eingesetzt, sind Geräte mit einer Saugleistung von mehr als 1.000 Watt vorzuziehen. Erst mit dieser Kraft ist es überhaupt möglich, beispielsweise in einer Schreinerei, nach der Arbeit mit Fräse oder Säge, Sägespäne, kleine Holzstücke oder Steine, Zementreste, größere Mengen Staub und vor allem Wasser oder feuchten Unrat aufzusaugen.

Auf die Saugleistung kommt es an

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die verwendete Technik des Industriesaugers. Hochwertige Geräte kommen auf eine tatsächliche Saugleistung, auch als Luftleistung bekannt, die bis zum Vierfachen der Motorleistung betragen kann. Zudem erzeugen diese Sauger einen Unterdruck von 200 mbar und mehr, was deutlich über dem Leistungsvermögen eines Haushaltsstaubsaugers liegt.

Industriesauger mit automatischer Abschaltung

Wird im gewerblichen Bereich häufiger feuchtes oder nasses Material aufgesaugt oder es sind sogar Flüssigkeiten zu entfernen, ist es aus Sicherheitsgründen unbedingt ratsam, einen Sauger mit Füllanzeige sowie automatischer Abschaltung anzuschaffen. Bei diesen Modellen wird das Überfüllen des Sammelbehälters vermieden, was im Zweifelsfall bei Flüssigkeiten zu technischen Defekten führen kann, schlimmstenfalls zum Kurzschluss.

Betriebsgenehmigung im Gewerbe für Industriesauger

Beim gewerblichen Einsatz von Industriesaugern ist es gesetzliche Vorschrift, dass ausschließlich Geräte verwendet werden, die für das Sauggut geeignet sind. Dazu wurden Staubklassen für Industriesauger eingeführt.

Für alle staubbeseitigenden Maschinen ist vorgeschrieben, dass diese für trockene, gesundheitsgefährliche und nicht brennbare Stäube geeignet sein müssen. Zudem sind Filter mit unterschiedlicher Durchlässigkeit vorgeschrieben. Die niedrigste Staubklasse nach DIN EN 60335-2-69, Anhang AA ist die Staubklasse L, die weniger als 1 % der Partikel passieren lässt. Bei unter 0,1 % liegen Geräte der Staubklasse M. In der mehrfach unterteilten Staubklasse H finden sich Industriesauger, die auch für krebserzeugende Gefahrstoffe gem. GefStoffV § 11, TRGS 905 bzw. TRGS 906 und nach TRGS 519 auch für Asbest zugelassen sind. Bei diesen Geräten liegt die Durchlässigkeit des Filters bei unter 0,005 %.

Industriesauger für brennbare Stäube

Überdies werden Industriesauger der Staubklassen L bis H angeboten, die auch brennbaren Staub aufsaugen können. Diese Geräte müssen ihre Eignung für brennbare Stäube aller Staubexplosionsklassen nachweisen. Allerdings sind Stäube mit einer extrem niedrigen Zündenergie ausgenommen, also solche Stäube, bei denen der Zündpunkt unterhalb von einem mJ liegt. Diese Sauger bedürfen einer Prüfung nach DIN EN 60335-2-69, Anhang CC.

Sondermodelle unter den Industriesaugern

Für spezielle Anwendung bieten die Hersteller Industriesauger, die beispielsweise mit einer antistatischen Ausstattung in empfindlichen Bereichen eingesetzt werden können.

Andere Modelle sind zumeist mit einem Edelstahltank ausgerüstet. Zudem wurden alle Teile, die mit dem Sauggut in Verbindung kommen, aus einem besonderen Material hergestellt. Aus diese Weise wird erreicht, dass diese Industriesauger auch leicht saure oder basische Flüssigkeiten aufnehmen können.

Industriesauger im Privatbereich

Es sind vorzugsweise die einfacheren Modelle unter den Industriesaugern ohne Gewerbezulassung, die privat zum Reinigen der Polstermöbel. auch im Auto, in der Hobbywerkstatt oder auf der Terrasse genutzt werden. In der Regel sind diese Sauger für den Privatbereich vollkommen ausreichend, sofern diese Geräte nicht täglich zum Einsatz kommen.

Fazit

Industriesauger sind je nach Typ und Ausstattung in der Lage, groben Schmutz und Feuchtigkeit zu entfernen, aber auch die sichere Entsorgung von gesundheitsgefährlichen Stoffen sicherzustellen. Wichtig ist bei der Kaufentscheidung, dass das nach Leistung, Fähigkeiten, Volumen und Beschaffenheit passende Gerät ausgewählt wird. Für Sauger im gewerblichen Bereich, die für Gefahrenstoffe und leicht entzündliche Stäube benötigt werden, sind die gesetzlichen Vorschriften und die eventuelle behördliche Einzelabnahme zu beachten.

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Der "Hobbyschrauber" Kai W. ist unser verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt der verantwortliche Redakteur dieser Seite sich bestens mit den verschiedenen Gerätschaften aus und betreibt schon seit 2016 diverse Projekte zum Thema Wohnen, Bauen, Immobilien und Garten. Dieses Wissen nutzt er nun, um einen großen Ratgeber zum Thema Handwerkszeug auf die Beine zu stellen.