Flachdach – das muss man wissen

Flachdach
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Das Flachdach ist auf dem Vormarsch. So war es schon einmal in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Genauso kommt es wieder – da sind sich zumindest die Experten des Jo. Magazins sicher. Sicher sind sich die Experten auch, dass das Flachdach besser ist als sein Ruf. Bleibt die Frage, warum dieser Ruf dann so schlecht ist. Tatsächlich gibt es noch heute eine Menge potenzieller Bauherren, die zweimal überlegen müssen, wenn man ihnen einen Flachdachbungalow anbietet.

Dabei hat ein Bau mit Flachdach auch durchaus eine ganze Reihe von Vorteilen zu bieten. Es gibt allerdings auch einige Punkte, die man auf jeden Fall wissen und beachten sollte, wenn man in einem Haus mit Flachdach wohnt. Wir von handwerkszeug.net haben einmal genauer hingeschaut und fassen hier die wichtigsten Informationen für Sie zusammen.

Was genau ist überhaupt ein Flachdach?

Für ein Flachdach gibt es letztlich exakt zwei Kriterien. Diese sind:

  • Das vorhandene Gefälle
  • Der Dachbelag

So darf das Gefälle des Dachs nicht mehr als 10 Grad betragen. Nur bei einer Neigung von weniger als 10 Grad kann man von einem Flachdach sprechen. Dazu kommt, dass bei einem Flachdach der Dachbelag quasi nie aus Dachziegeln bestehen kann. Viel mehr handelt es sich beim Dachbelag entweder um eine klassische Dachabdichtung mit Dachpappe und Bitumen oder um eine solche Abdichtung mit Dachfolie.

Die wichtigsten Punkte bei der Konstruktion eines Flachdachs

Egal ob Sie im Rahmen einer umfassenden Renovierung auch Ihr Flachdach sanieren möchten oder ob Sie direkt ein neues Flachdach auf Ihrem entstehenden Haus bauen wollen – es gibt ein paar wichtige Punkte, die Sie dabei unbedingt beachten sollten. Hier einmal die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Der Aufbau des Dachs
  • Das Tragwerk
  • Die Neigung
  • Abdichtung muss sein
  • Auf die Entwässerung achten
  • Den richtigen Belag wählen

1)     Der Aufbau des Dachs

Es gibt in Sachen Aufbau drei verschiedene Typen von Flachdächern. Da wären

  • Das Warmdach
  • Das Kaltdach
  • Das Umkehrdach

Je nachdem, für welche Variante Sie sich entscheiden, muss der Aufbau jeweils ein wenig anders aussehen. Klar ist, dass das Dach in allen drei Fällen aus Dämmung, Abdichtung und Belag bestehen muss. Welche zusätzlichen Stoffe noch wichtig sind und in welcher Reihenfolge die einzelnen Schichten aufzubringen sind, ist abhängig von der gewählten Art des Aufbaus.

2)     Das Tragwerk

Auf dem Tragwerk liegt im Prinzip das gesamte Dach. Das bedeutet, dass das Tragwerk ausreichend stark sein muss, um das Gewicht eines solchen kompletten Dachs zu tragen. Bei Dachvarianten, die beispielsweise als begehbare Terrasse genutzt werden, hat das Tragwerk noch etwas mehr zu stemmen. Hier sollte auf jeden Fall ein Statiker bei der Planung mit im Boot sein.

3)     Die Neigung

Auch ein Flachdach sollte niemals zu 100 Prozent flach sein. Eine Neigung von mindestens 2 % ist wichtig, damit Regenwasser problemlos abfließen kann. Experten empfehlen sogar eher auf eine Neigung von 5 % zu setzen.

4)     Die Abdichtung

Auf einem klassischen Satteldach wird die Abdichtung von den Dachpfannen erledigt. Doch grade auf einem Flachdach muss man sich etwas anderes einfallen lassen. Hier eignen sich vor allem Dinge wie Bitumenbahnen und Dachfolien bzw. Kunststoffdachbahnen. Wichtig ist dabei, dass der Belag des Flachdachs wasserdicht sein sollte. Außerdem muss er widerstandsfähig gegen strahlende Wärme und Flugfeuer sein.

5)     Die Entwässerung ist wirklich wichtig

Funktioniert die Entwässerung nicht so wie benötigt, bleibt Staunässe auf Ihrem Flachdach zurück. Diese wiederum kann mit der Zeit die Bausubstanz angreifen und zu kostspieligen Schäden am Dach führen.

6)     Der richtige Belag

Welcher Belag der richtige ist, ist letztlich vom Geschmack abhängig, aber auch von der Frage, wofür das Dach genau genutzt werden soll. So brauchen Sie beispielsweise für ein Flachdach, das als Parkfläche genutzt werden soll und dementsprechend befahren wird, einen ganz anderen Belag als für ein nicht genutztes Flachdach. Wichtig ist, dass, selbst wenn nur gelegentlich jemand auf das Dach geht, der nutzbare Belag verkehrssicher und rutschfest ist.

Vorteile eines Flachdachs auf einen Blick

  • Dank der kompakten Bauweise ist hier die Oberfläche recht klein. Das bedeutet vor allem im Winter eine geringere Wärmeabstrahlung.
  • Auf einem Flachdach lassen sich in der Regel mehr Photovoltaikanlagen anbringen als auch einem Satteldach.
  • Ein Flachdach kann wunderbar begrünt werden
  • Lichtkuppeln im Flachdach ermöglichen auch bei einem Raum ohne Außenwände eine Tageslichtbeleuchtung.
  • Bei passender Statik kann ein Gebäude mit Flachdach vergleichsweise einfach nach oben hin erhöht werden.

Nachteile des Flachdachs

  • Ein Flachdach ist wartungsintensiv – mindestens einmal im Jahr sollte ein Fachmann draufschauen.
  • Bei starkem Schneefall müssen Sie das Dach von den Schneemassen befreien.

Fazit: Darf es ein Flachdach sein oder doch lieber nicht?

Tatsächlich ist diese Frage nach wie vor am ehesten eine Frage es Geschmacks. Klar ist, dass ein Flachdach eine ganze Reihe spannender Vorteile mitbringt. Allein die Pflege und die anfängliche Gestaltung sind hier eben eher speziell.

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Der "Hobbyschrauber" Kai W. ist unser verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt der verantwortliche Redakteur dieser Seite sich bestens mit den verschiedenen Gerätschaften aus und betreibt schon seit 2016 diverse Projekte zum Thema Wohnen, Bauen, Immobilien und Garten. Dieses Wissen nutzt er nun, um einen großen Ratgeber zum Thema Handwerkszeug auf die Beine zu stellen.