Wie lassen sich Deckenpaneele richtig verlegen? Ratgeber für Heimwerker

Wohnzimmer mit Deckenpaneelen
Deckenpaneele lassen ein Wohnzimmer gemütlich aussehen | Foto: YAYImages / depositphotos.com

Dekorative und praktische Paneele eignen sich hervorragend, um Decken oder Wände neu zu verkleiden. Die „Vertäfelungen“, die früher ursprünglich aus Holz gemacht wurden, sind heute in zahlreichen Farb- und Materialvarianten erhältlich. Anders als damals sind sie zudem dank ihrer praktischen Klick-Systeme selbst für Hobby-Heimwerker einfach zu verlegen. Neben der optischen Funktion können Deckenpaneele heutzutage wärmeisolierend und schalldämmend wirken. Die Montage der nützlichen Deckenpaneele ist einfacher, als viele denken.

Passende Paneele für jeden Wohn(t)raum

Kunststoff, Holz oder täuschend echte Steinoptik: Paneele haben viele Gesichter und zahlreiche Einsatzmöglichkeiten. Dabei gibt es im Internet weit mehr Auswahl an Paneelen, als der typische Baumarktkunde kennt. Neue Materialien und Stile ergeben vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten, die den vorhandenen Wohnstil verschönern. Selbst in Feucht- und Nassbereichen ist es möglich, mithilfe spezieller Paneele alte Fliesen zu kaschieren. Auch Kunststoffpaneele oder solche in Steinoptik werden immer beliebter. Wie eine von Statista veröffentlichte Umfrage zeigt, planen 1,6 Prozent der deutschen Hobbyheimwerker inzwischen, Deckenpaneele bei zukünftigen Renovierungsarbeiten eigenhändig zu verlegen.

Deckenpaneele – welche Materialien lassen sich verwenden?

Für Heimwerker kann es eine Herausforderung sein, sich anfangs für das richtige Material zu entscheiden. Viele Fachhändler bieten Wand- und Deckenpaneele aus Kunststoff oder Holz an. Im Vergleich zu den relativ schweren Hölzern sind Paneele aus Kunststoff relativ leichtgewichtig beschaffen. Dieser Aspekt wirkt sich besonders beim Aufbau positiv aus, wobei ein späterer Rückbau bei Kunststoff-Paneelen ebenso leichtfällt. Nicht zuletzt spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle: Lichtechte Kunststoff-Paneele sind erheblich günstiger als hochwertiges Echtholz.

Heimwerker, die Wert auf ein nachhaltiges und natürliches Ambiente legen, können sich selbstverständlich Deckenpaneele aus Holz anschaffen. Dichtes und qualitativ hochwertiges Nussholz und andere Arten können vorhandene Wohnstile – etwa den skandinavischen Einrichtungsstil oder den Landhausstil – perfekt ergänzen. In Nassbereichen und der Küche sind Hölzer nicht unbedingt die erste Wahl, da sie durch die Feuchtigkeit Schäden nehmen. Besser ist es also, in diesen Bereichen Kunststoff-Paneele einzusetzen.

Wie kann ich Deckenpaneele selber verlegen?

Paneele zu verlegen ist leichter, als man denkt. Im Grunde genommen handelt es sich bei Decken- und Wandpaneelen um eine Art Laminat. Wer selbst mit den Handwerksarbeiten beginnt, benötigt also Kreis- und Stichsäge. Um die Paneele anzubringen, benötigen Heimwerker zusätzlich eine Art Unterbaukonstruktion. Zum Ausbau der Unterkonstruktion sind Akku-Bohrschrauber und Hammer die Werkzeuge erster Wahl. Lattung und Konterlattung sind dafür gedacht, die Deckenverkleidung ausreichend zu belüften. Ungenauigkeiten der horizontalen und vertikalen Ausrichtung lassen sich mit einer Wasserwaage korrigieren.

  • Zunächst gilt es, die gewünschte Fläche zu vermessen und die passenden Deckenpaneele online oder im Baumarkt des Vertrauens einzukaufen. Mit ausreichend Abstand werden die Paneele abhängig von der gewünschten Ausrichtung horizontal oder vertikal verlegt. Die erste Reihe sollten Handwerker immer an der Dachlatte festschrauben. Mitunter ist es erforderlich, das letzte Paneel einer Reihe zu kürzen.
  • Zusätzlich ist darauf zu achten, die Deckenpaneele in die richtige Richtung zu verlegen. Eine längsseitige Verlegung verlängert optisch den Raum, während quer verlegte Deckenpaneele den Raum eher verkleinert aussehen lassen. Es ist wichtig, die Paneele entsprechend versetzt zueinander zu befestigen, damit die Konstruktion stabil und optisch ansprechend bleibt.
  • Zum Schluss lassen sich die Ecken- und Abschlussprofile zuschneiden und aufkleben. Bleiben Fugen zurück, bietet es sich an, diese mit Acryldichtmasse bzw. Silikon abzudichten. Insbesondere in Feuchträumen kann damit Schimmelbildung effektiv vorgebeugt werden.
  • Wer die Deckenpaneele eigenhändig verlegt, sollten sich bei der Montage Hilfe holen. Es ist besser, die schwierigen Arbeiten zu zweit auszuführen. So haben Heimwerker mehr Sicherheit, sollte beim Aufbau etwas auf Anhieb nicht planmäßig funktionieren.
  • Einmal angebracht, sollten Hausbesitzer ihre Deckenpaneele richtig pflegen. Insbesondere Holzvertäfelungen benötigen in regelmäßigen Abständen einen neuen Anstrich. Auf Wasserbasis hergestellte Acryllacke, die wenig Lösungsmittel enthalten, sind hierfür gut geeignet. Mit Pinsel und Malerrolle lässt sich der Lack gleichmäßig auf den Paneelen verteilen.

Deckenpaneele: Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Wer Deckenpaneele anbringt, muss mit unterschiedlichen Kosten rechnen. Wie bei anderen Bauvorhaben fallen vor allem Preise für die verschiedenen Materialien an. Die Paneele an sich kosten als MDF-Variante je Quadratmeter ab 3,50 Euro. Für PVC-Paneele können Kosten zwischen zehn und 30 Euro pro Quadratmeter entstehen. Bei den Varianten aus Holz bestimmt die konkrete Holzart den Preis: Dekor-Paneele aus Kiefern, Fichten oder Birken kosten bis zu 12 Euro pro Quadratmeter. Dunkle Hölzer sind im Anschaffungspreis teurer. Sie sind für mindestens 35 bis 55 Euro im Handel erhältlich. Am preisintensivsten sind exotische Hölzer wie indischer Apfel oder Ebenholz, die bis zu 100 Euro je Quadratmeter kosten können.

Bei der Unterbaukonstruktion sollten Heimwerker für einen 16 Quadratmeter großen Raum zwischen 100 und 240 Euro einplanen. Wer den Einbau nicht selbst vornimmt, muss zusätzliche Kosten für die Trockenbauer aufbringen, die als Stundensatz etwa 30 bis 40 Euro veranschlagen. Da das Anbringen der Paneele einige Stunden dauert, dürften sich die Gesamtkosten für die Handwerker im Bereich zwischen 140 und 180 Euro bewegen.

Fazit: Deckenpaneele selber verlegen?

Heimwerker, die handwerkliches Geschick und ausreichend Vorerfahrung besitzen, können die Deckenpaneele selbst anbringen. Wer handwerklich nicht versiert ist, sollte besser einen Fachmann mit dem Vorhaben betrauen. Sind die Paneele einmal angebracht, halten diese das Haus über viele Jahre schön und tragen mit ihrer Optik zu einer behaglichen Atmosphäre bei.

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Der "Hobbyschrauber" Kai W. ist unser verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt der verantwortliche Redakteur dieser Seite sich bestens mit den verschiedenen Gerätschaften aus und betreibt schon seit 2016 diverse Projekte zum Thema Wohnen, Bauen, Immobilien und Garten. Dieses Wissen nutzt er nun, um einen großen Ratgeber zum Thema Handwerkszeug auf die Beine zu stellen.