Japansägen – Wie benutzt man sie und für welche Aufgaben?

Japansäge und Holz
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In diesem Artikel soll die Japansäge vorgestellt werden, die sich immer größerer Beliebtheit bei Heimwerkern und echten Profis erfreut. Deshalb wird geklärt, wie die Japansäge verwendet wird, was sie so einzigartig macht und in welchen Bereichen man sie besonders gut verwenden kann.

Sägen mit Präzision – Was genau sind Japansägen?

Japansägen gibt es in verschiedenen Formen. Es gibt die Ryoba, die eine Schnittseite für Längsschnitte und eine Seite für Querschnitte hat. Dann gibt es die Kataba, die Dozuki, die Azebiki, die Kugihiki, die Anabiki Noko und die Temagori Nokogiri.

Wer bei dieser Aufzählung von Japansägen nur noch Chinesisch versteht, findet bei einem Händler wie Japansaegenshop.com einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Modelle mit ihren jeweiligen Vorteilen.  Für diesen Artikel sind die Infos schlichtweg zu viel.

Die Japansäge bietet eine gewisse Flexibilität gegenüber Sägemaschinen. Bei richtiger Anwendung können alle übliche Sägearbeiten mit ihr sauber, schnell und präzise ausgeführt werden.

Unterschiede zu europäischen Sägen

Der erste Unterschied liegt in der Handhabung. Die Japansäge schneidet auf Zug, während die europäische Säge auf Stoß schneidet. Das kann am Anfang ungewohnt sein und erfordert etwas Übung, denn das Blatt kann sonst Schaden nehmen.

Was die Japansäge betrifft, hat sie auch deutlich längere Griffe. Dadurch können beide Hände angelegt werden und bei größeren Schnitten besser gearbeitet werden.

Vergleicht man das Sägeblatt der europäischen mit der japanischen, stellt man fest, dass die Japansäge ein dünneres Blatt hat. Es ist ungefähr 0,3 bis 0,6 mm dick, während das europäische 0,5 bis 1 mm dick ist. Die Anwendungsweise der Japansäge, also durch Zug, ermöglicht, dass das Blatt dünner sein kann.

Das Druckverhältnis sorgt bei der europäischen Säge dafür, dass das Blatt sich nicht so schnell wie bei der Japansäge verbiegen kann.

Das Ergebnis mit dem Arbeiten der europäischen Säge sind eher langsamere und raue Schnitte. Bei der Japansäge sind die Schnitte präzise und schneller. Es entstehen bei der Japansäge auch weniger Späne als bei der europäischen Säge.

Vorteile der Japansäge

Die japanische Säge wurde seit Tausenden Jahren zum Bau von Häusern oder ganzen Tempeln verwendet. Es ist also offensichtlich, dass diese Sägen einen besonderen Vorteil mit sich bringen müssen.

Neben den Vorteilen, die bereits beim Vergleich der europäischen und japanischen Säge genannt wurden, hat die Japansäge eine längere Standzeit. Das bedeutet, dass man länger mit der Säge arbeiten kann. Zusätzlich ist das Sägeblatt am Ende vergleichsweise weich, wodurch es resistenter gegenüber Brüchen ist.

Auch ist ein Vorteil, dass die Japansäge als Handsäge erhältlich ist.

Wie sollte man eine Japansäge anwenden?

Wichtig ist es hinten anzusetzen, da sie eine Zugsäge ist. Der Daumen führt wie bei einer europäischen Säge die Zugbewegung und die Säge wird etwas angewinkelt. Bei einer Japansäge können zwei Hände verwendet werden. Allerdings sollte nicht zu viel Druck ausgeübt werden, da sie sonst verbiegt. Das gilt auch für den Fall, dass sie sich verklemmt, denn auch dann kann sich das Blatt der Japansäge durch zu hoch ausgeübten Druck verziehen.

Verschiedene japanische Sägen für unterschiedliche Aufgaben

Die Ryobasäge kann sowohl für Längsschnitte als auch für Querschnitte verwendet werden. Dadurch ist sie für sehr viele handwerkliche Tätigkeiten geeignet. Außerdem ist sie aufgrund ihrer Bauweise für tiefer gehende Schnitte geeignet.

Die zweite Ausführung heißt Kataba. Mit ihr lassen sich gröbere Säge- und Zimmerarbeiten durchführen, da sie keinen Sägerücken besitzt. Auch sie ist für Längsschnitte und Querschnitte geeignet, je nachdem für welche Ausführung man sich entscheidet.

Die Dozukisäge eignet sich ausgezeichnet für das Sägen von Verbindungen und Ablängen. Ihre Schnitte sind sehr präzise. Ihr Sägerücken ist robust und das Sägeblatt fein, wodurch die gesägten Teile sauber und präzise sind.

Mit einer Azebikisäge können Nutschnitte (Lesetipp: Nutfräsen in der Holzbearbeitung) am besten gesägt werden. Mit einer Kugihiki hingegen werden Dübelsägearbeiten ausgeführt.

Zuletzt gibt es noch die Anabiki Noko und die Temagori Nokogiri, mit denen die Auftrennung von großen Hölzern zum Kinderspiel wird.

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Der "Hobbyschrauber" Kai W. ist unser verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt der verantwortliche Redakteur dieser Seite sich bestens mit den verschiedenen Gerätschaften aus und betreibt schon seit 2016 diverse Projekte zum Thema Wohnen, Bauen, Immobilien und Garten. Dieses Wissen nutzt er nun, um einen großen Ratgeber zum Thema Handwerkszeug auf die Beine zu stellen.