Akkuschrauber: Marke oder Billig – warum die Herstellerwahl wichtig ist

verschiedene Akkuschrauber
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Akkuschrauber gehören in jeden Haushalt. Für die Möbelmontage, zum Regale anbauen oder für andere Arbeiten ist der Akkuschrauber das wichtigste Werkzeug für Heim- und Handwerker. Für alle Bedürfnisse und Werkstoffe gibt es verschiedene Akkuwerkzeuge. Was beim Kauf zu beachten ist und ob Marken-Werkzeuge wirklich besser sind als Werkzeuge aus dem Discounter oder aus dem Baumarkt, haben wir uns angesehen.

Worauf achten beim Akkuschrauber – Kauf

Wer sich einen Akkuschrauber oder ein anderes Akkuwerkzeug kaufen möchte, der hat die Qual der Wahl. Billige Werkzeuge aus dem Discounter oder aus dem Baumarkt sind meistens als Allround-Talente deklariert. Allerdings sollte sich jeder Heimwerker bewusst sein, dass es einfach ist, ab und zu ein schwedisches Möbelstück zusammenzubauen. Aber bei häufigem Gebrauch wird das günstige Werkzeug schnell an seine Grenzen kommen. Nicht zuletzt aufgrund der Akkuleistung des Schraubers.

Die meisten Akku-Werkzeuge sind heute mit einem Lithiumionen – Akku ausgestattet. Für kleinere Schrauber reichen Akkus bis 7,2 Volt locker aus. Für Heimwerker am besten geeignet sind Akkus bis 14,4 Volt. Damit lassen sich sowohl leicht als auch größere Arbeiten erledigen. Heimwerker, die am Eigenheim gern und häufig selbst Hand anlegen, sollten dagegen auf Akkuschrauber mit 18 Volt zurückgreifen.

Auch die Akkukapazität spielt beim Heimwerken eine große Rolle. Welcher Heimwerker will sich schon die Mühe machen, alle zwei Stunden die Arbeit zu unterbrechen, um erst einmal den Akku aufzuladen. Das kostet nicht nur Zeit und Nerven, sondern so macht das Heimwerken auch keinen Spaß mehr. Unter 2 Stunden Kapazität sollte kein Akku liegen, besser sind 4 Stunden Arbeitszeit eines Akkus. Bei Trockenbauarbeiten verschraubt ein Handwerker durchschnittlich etwa 400 Schrauben in diesen 4 Stunden. Auch das Laden der Akkus sollte schnell erledigt sein, damit keine langen Wartezeiten überbrückt werden müssen.

Je nach Werkstoff sollte der Schrauber über eine Drehmomentbegrenzung verfügen. Diese verhindert, dass die Schraube in weiche Werkstoffe nicht zu tief eingeschraubt wird oder sich das Handgelenk beim Heimwerken verdreht. Ebenfalls sollte der Schrauber über mindestens zwei Gänge verfügen, einen Gang zum langsamen, aber kräftigem Schrauben und einen schnellen Gang für Bohrarbeiten.

Weitere wichtige Aspekte bei der Wahl des richtigen Akkuschraubers sind die Ergonomie und die Handlichkeit. Je leichter ein Schrauber ist, desto besser kommt er auch an engen Stellen zum Einsatz. Allerdings hat die Leichtigkeit Auswirkungen auf die Leistung der Schrauber. Einige Hersteller bieten Akkuschrauber an, die eine Abwinkelung des Griffs ermöglichen. Andere Akkuschrauber – Hersteller setzen auf Winkelaufsätze, die für schwer zugängliche Stellen genutzt werden können. Der Vorteil von Abwinkelung und Aufsätzen ist, dass die Geräteleistung bestehen bleibt.

Akkuschrauber billig oder Markengerät

Die Frage, ob ein Billiggerät vom Discounter oder aus dem Baumarkt ausreicht, ist abhängig von der gewünschten Leistung und dem regelmäßigen Gebrauch des Gerätes. Wer ab und an einmal einen Akkuschrauber benötigt, um zum Beispiel Möbel zu montieren, für den ist sicherlich ein einfaches Gerät ausreichend. Wer allerdings zu Hause gern selbst Hand anlegt, ist mit einem Markengerät besser bedient.

Günstige Modelle haben oft den Nachteil, dass die Akkuleistung für das Heimwerken nicht ausreichend ist. Gerade wenn in harte Werkstoffe geschraubt werden soll, können Billiggeräte häufig nicht mit Markengeräten mithalten. Ein hoher Drehmoment ist oftmals wegen einer zu geringen Akkuleistung nicht zu erreichen.

Hinzu kommt, dass billige Akkugeräte häufig fest verbaute Akkus besitzen. Das hat den Nachteil, dass ein leerer Akku während des Heimwerkens nicht gegen einen vollen Akku ausgetauscht werden kann. Der Akku muss mitsamt dem Gerät zunächst aufgeladen werden, bevor es mit der Arbeit weitergehen kann. Ist der Akku kaputt, muss ebenfalls gleich das ganze Gerät ersetzt werden, was häufig zu unnötigen Kosten bei Projekten führt.

Viele Markenhersteller setzen auf austauschbare Akkus. Ist ein Akku leer, können clevere Heimwerker mit einem frisch geladenen Akku weiter arbeiten, während der andere Akku wieder lädt. So kommt es nicht zu Wartezeiten und Verzögerungen bei Heimwerker – Projekten.

Ein weiterer Vorteil ist die Kompatibilität mit anderen Werkzeugen. Einige Hersteller bieten alle ihre Geräte und Werkzeuge mit austauschbaren Akkus an, die sogar mit Gartengeräten oder Baustellenradios kompatibel sind. So können Eigenheimbesitzer und passionierte Heimwerker mit Geräten eines Herstellers sowohl den Rasen trimmen, Möbel montieren und auf der Baustelle mit dem akkubetriebenen Radio für gute Laune sorgen. Eine Grundausstattung an Akkus ist ausreichend, um alle Arbeiten rund um Haus und Garten zuverlässig zu erledigen.

Fazit

Günstige Akkuschrauber vom Discounter locken Heimwerker mit günstigen Anschaffungspreisen. Meist kommt das Erwachen während des Gebrauchs der günstigen Geräte. Zu geringe Leistung und mindere Qualität führen zu einem erneuten Kauf eines Werkzeuges, sodass das vermeintliche Schnäppchen am Ende teurer ist als eine Investition in Markengeräte. Viele große und namhafte Hersteller setzen nicht nur auf auswechselbare Akkus, sondern bieten eine Vielzahl an Geräten, die mit denselben Akkus betrieben werden können. Wir empfehlen den Kauf von Markengeräten nach dem Motto “Wer billig kauft, kauft zweimal!”

 

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Der "Hobbyschrauber" Kai W. ist unser verantwortlicher Redakteur. Mit vielen Jahren Erfahrung in handwerklichen Bereichen (Feinmechanik, Metallverarbeitung/Fensterbau, Möbel- und Küchenmontage, sowie hausmeisterliche Tätigkeiten) kennt der verantwortliche Redakteur dieser Seite sich bestens mit den verschiedenen Gerätschaften aus und betreibt schon seit 2016 diverse Projekte zum Thema Wohnen, Bauen, Immobilien und Garten. Dieses Wissen nutzt er nun, um einen großen Ratgeber zum Thema Handwerkszeug auf die Beine zu stellen.